21. November 2026, 09:30 – 16:00 Uhr
‚Lauenburgische Gelehrtenschule‘, Bahnhofsallee 22, 23909 Ratzeburg
Die Regionalkonferenz Rechtextremismus & Demokratiestärkung macht am 21.11.2026 in der Zeit von 9:30 – 16:00 Station in der Lauenburgischen Gelehrtenschule Ratzeburg. Sie ist zum vierten Mal Gast in der Inselstadt und zurück an ihrem Ausgangspunkt. 2012 wurde dieses Format dort als Ergebnis eines länderübergreifenden Fachaustausches von Städten und Gemeinden ins Leben gerufen und ist seit dem zu einer der größten Fachaustausch- und Vernetzungsformate rund um Themen wie Rechtsextremismus, Rassismus oder Demokratieverachtung im norddeutschen Raum gewachsen.
Auch in ihrer nunmehr 17. Ausgabe möchte die Regionalkonferenz Rechtextremismus & Demokratiestärkung wieder engagierten Menschen einen Raum zum qualifizierenden Wissenserwerb und stärkendem Austausch bieten, gleichermaßen ein Bildungs- und Erfahrungsraum für die engagierte Zivilgesellschaft und hauptamtliche Multiplikator*innen sein. Mit diesem Konzept hat sie 2025 auf insgesamt 16 Regionalkonferenzen bereits über 2.200 Teilnehmer*innen gegen Menschenfeindlichkeit und Rechtsextremismus handlungsorientiert geschult, überregional vernetzt und fachlich-inhaltlich fortgebildet.
Informationen & Programm
Regionalkonferenz Rechtsextremismus & Demokratiestärkung
Die Regionalkonferenz Rechtsextremismus & Demokratiestärkung wurde 2012 in Ratzeburg als Ergebnis eines länderübergreifenden Fachaustausches von Städten und Gemeinden zum Thema Rechtsextremismus gegründet. Sie versteht sich als Bildungs- und Erfahrungsraum für die engagierte Zivilgesellschaft und hat bis 2024 auf insgesamt 15 Regionalkonferenzen über 1.750 Teilnehmer*innen als Multiplikator*innen gegen Menschenfeindlichkeit und Rechtsextremismus handlungsorientiert geschult, überregional vernetzt und fachlich-inhaltlich fortgebildet. Die Regionalkonferenz wandert dabei durch den norddeutschen Raum mit Stationen in Ratzeburg (2012, 2013, 2018), Lübtheen (2013), Grevesmühlen (2014), Bargteheide (2014, 2022), Lübeck (2015, 2023), Mölln (2015), Wismar (2016), Boizenburg (2017), Lauenburg (2019), Schönberg/Mecklenburg & online (2021) sowie Parchim 2024.
Die Regionalkonferenz Rechtsextremismus & Demokratiestärkung wird getragen durch ein überregionales Organisationsteam, das sich für die jährliche Konferenzausrichtung verantwortlich zeigt. Dazu gehören die Stadt Ratzeburg und das angeschlossene Ratzeburger Bündnis, das RAA-Regionalzentrum für demokratische Kultur Westmecklenburg, das Regionale Beratungsteam gegen Rechtsextremismus in Lübeck der AWO-SH, der Verein Miteinander leben e.V. in Mölln, die Partnerschaften für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen und der Stadt Lauenburg sowie der Fachdienst Familie und Schule, Kinder- und Jugendschutz des Kreises Stormarn.
Workshops
Folgende Workshops haben wir für Sie vorbereitet:
Workshop 1
Antimuslimischem Rassismus begegnen
Muslimische Mitbürgerinnen und Mitbürger erfahren in besonderem Maße Ausgrenzung und Rassismus. In nahezu allen wissenschaftlichen Umfragen gibt ein Drittel
der muslimischen Befragten an, Opfer von Diskriminierung aufgrund sichtbarer religiöser Zeichen, wie etwa ihrer Kleidung, geworden zu sein. Die ‚Europäische
Städtekoalition gegen Rassismus‘ (ECCAR) hat hierzu
Handlungsempfehlungen für lokale Maßnahmen gegen
antimuslimischen Rassismus entwickelt, die eine gute
Grundlage für die Arbeit in den Kommunen sein können.
Referent: Evans Gumbe (Vizepräsident der ECCAR,
Koordinator der Antirassismusarbeit der Partnerschaft
für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes
Lauenburgische Seen)
Workshop 2
Kulturkampf und Diskursverschiebungen
in der Gesellschaft
Die Kultur- und Bildungslandschaft gerät zunehmend ins
Visier rechtspopulistischer und rechtsextremer Akteure.
Durch gezielte Angriffe auf Kunstfreiheit, Erinnerungs- kultur, demokratische Institutionen, auf die zivil-gesellschaftliche Vielfalt und die Arbeit von NGOs wird langfristig versucht, gesellschaftliche Diskurse zu verschieben. Das erklärte Ziel dieser Bestrebungen – oft als »Kulturkampf von Rechts« bezeichnet – ist die Etablierung einer neuen rechtsextremen kulturellen Hegemonie. Wie widerstandsfähig die gesellschaftliche Mitte gegenüber diesen Einflussversuchen ist, bleibt ungewiss.
Referent: David Begrich (Arbeitsstelle Rechtsextremismus bei Miteinander e.V., Magdeburg)
Workshop 3
Ein tägliches Problem. Antisemitismus erkennen und Perspektiven der Betroffenen sichtbar machen.
Spätestens nach dem Überfall der Hamas am 07.10.2023 steht Antisemitismus verstärkt im Fokus öffentlicher Debatten. Dabei ist Antisemitismus insbesondere für Jüdinnen und Juden auch vor dem 07.10.23 eine alltagsprägende Erfahrung.
Im Workshop werden wesentliche Erkenntnisse zu Ausmaß und Struktur antisemitischer Vorfälle in Schleswig-Holstein vermittelt. Darauf aufbauend arbeiten wir in Gruppen zu potentiellen Auswirkungen von Antisemitismus auf Betroffene, jüdische Communities und eine pluralistisch demokratische Gesellschaft. Wir schauen zusammen auf aktuelle Formen des Antisemitismus und wie sie zu erkennen und einzuordnen sind. Interaktivität und Austausch stehen dabei immer im Mittelpunkt.
Referentin: Wencke Stegemann (ZEBRA e.V.)
Moderation: Johannes Marhold (Regionales Beratungsteam gegen Rechtsextremismus Lübeck (RBT), AWO Landesverband Schleswig-Holstein e.V.)
Workshop 4
Rechts sitzen lassen!?
Zum Umgang mit Rechtsextremismus in der
Kommunalpolitik
Die Kommunale Selbstverwaltung ist eine wesentliche
Grundlage des demokratischen Rechtsstaates. Bundesweit
engagieren sich über 10.000 Menschen haupt- und ehrenamtlich in der Kommunalpolitik. Rechtsextreme nehmen aber zunehmend Einfluss, insbesondere über die AfD und unabhängige Wählergruppen. Dies hat Konsequenzen für die Arbeit in den Stadtvertretungen, für Bürgermeister*innen, Verwaltungen und das Gemeinwesen. Was passiert, wenn sich die Mehrheitsverhältnisse in den kommunalen Vertretungen ändern? Welche Erfahrungen gibt es in der parlamentarischen und kommunalen Praxis im Umgang mit der extremen Rechten? Wie gehen Kommunalpolitiker*innen und Verwaltungen mit den Herausforderungen um und über welche praktischen Handlungsmöglichkeiten verfügen sie? Im Workshop wird die neue Handreichung der RAA vorgestellt und gemeinsam mit Referent*innen aus Politik, Rechtspraxis und Zivilgesellschaft erörtert, wie Kommunalpolitik, Verwaltung und Gemeinwesen im Norden dem Rechtsruck begegnen können.
Im Gespräch: Kommunalpolitiker:innen aus Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein
Referent*innen:
Alena Lyons (Beraterin für Demokratiestärkung und
Rechtsextremismusprävention im Amt Krakow am See
bei der RAA I Demokratie und Bildung Mecklenburg-Vorpommern e.V.)
Dr. Nicolas Harding (Rechtsanwalt für Verwaltungs- und Verfassungsrecht, Kiel)
Moderation: Stefan Kollasch (RAA Demokratie und Bildung MV), Torsten Nagel (Regionales Beratungsteam gegen Rechtsextremismus, AWO SH)
Workshop 5
Aus der Defensive kommen
Der Druck auf die demokratische Zivilgesellschaft
steigt: rechte Narrative werden weiter normalisiert,
demokratisches Engagement delegitimiert oder gar
des Extremismus verdächtigt, Menschen aus unserem
Nahumfeld üben möglicherweise Kritik an unserem
Engagement. Wie schaffen wir es, nicht in Abwehrkämpfen zu verharren, sondern selbstbewusst unsere
Positionen zu vertreten? Was hilft uns in den Momenten, in denen wir das Gefühl haben, nichts ausrichten
zu können? Welche solidarischen Netzwerke können
wir schaffen? Und was motiviert uns, weiter zu machen? Diesen Fragen wollen wir in diesem Workshop
Raum geben, um Herangehensweisen und Strategien
für ein selbstbewusstes und aktives demokratisches
Engagement zu entwickeln.
Moderation:
Regionales Beratungsteam gegen
Rechtsextremismus Lübeck (RBT), AWO
Landesverband Schleswig-Holstein e.V.
Rike Nagel (Kreisjugendring Herzogtum Lauenburg – Partnerschaft für Demokratie Lauenburg/Lütau)
Workshop 6
Gegenwind für Gleichstellung:
Antifeminismus erkennen und begegnen
Antifeministische Inhalte, fragwürdige Geschlechterbilder und Akteure der sogenannten »Manosphere«
prägen zunehmend soziale Medien und Alltagsdebatten. Auch bei jungen Menschen scheinen Phänomene
wie »Alphaboys« oder »Tradwives« identitätsstiftend
zu sein. Doch was macht diese Angebote so attraktiv?
Im Workshop wollen wir zunächst klären, was hinter
diesen Entwicklungen steckt und warum antifeministische Narrative aktuell so anschlussfähig sind. Zentrale
Begriffe und Phänomene werden eingeordnet: Was ist
Antifeminismus? Welche Akteurinnen und Ideologien verbergen sich hinter der »Manosphere«? Welche Rolle spielen Influencerinnen, Social Media und rechtsextreme Weltanschauungen? Im zweiten Teil laden wir
dazu ein, gemeinsam Handlungsmöglichkeiten gegen
einen antifeministischen Backlash zu diskutieren und
Good-Practice-Beispiele auszutauschen.
Referent*innen:
Saskia Conradi (Regionales Beratungsteam gegen
Rechtsextremismus Lübeck (RBT), AWO Landesverband Schleswig-Holstein e.V.)
Maren Schumann (Kreisjugendring Herzogtum Lauenburg – Partnerschaft für Demokratie Kreis Herzogtum Lauenburg)
‚Spaces‘ – Offene Dialogräume
Die Regionalkonferenz will auch wieder Dialograum sein und die Vernetzung fördern. Im Format der offenen ‚Spaces‘ können die Teilnehmenden nach dem Workshopprogramm mit den Referent*innen und miteinander ins Gespräch kommen, aber auch eigene Themen zur Diskussion stellen. Das Organisationsteam der Regionalkonferenz bereitet dafür einen zwanglosen, kommunikativen Rahmen und nimmt Themenvorschläge gerne auf.
Als ‚Space‘ gesetzt ist ein Dialog mit Prof. Dr. Wolfgang Muno von der Universität Rostock unter dem Titel »Kippt der Osten? Die Landtagswahlen in MV und was wir daraus lernen können«.
Abschlusskonzert mit Sebastian Krumbiegel
Zum Abschluss unserer diesjährigen Regionalkonferenz plant die ‚Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen‘ einen musikalischen Ausklang. Sebastian Krumbiegel hat zugesagt, die Konferenzteilnehmer*innen mit einer musikalischen Stärkung zu entlassen. Mit seinen Liedern möchte er Mut und Zuversicht vermitteln, für alle, die engagiert vor Ort wirken und Haltung zeigen. Sein Konzert möchte aber auch über die Regionalkonferenz hinaus Menschen erreichen und motivieren, sich zu engagieren. Mit diesem Konzert für unsere Demokratie öffnet die Regionalkonferenz ihre Türen für all diejenigen, die noch zögern oder nicht die Kapazitäten für einen ganzen Konferenztag haben.

Anmeldung (obligatorisch)
Anmeldung bitte bis zum 10.11.2026 unter: miteinander.leben@t-online.de.
Workshopwahl:
Geben Sie bitte an, an welchem Workshop Sie teilnehmen möchten. Geben Sie bitte auch eine Ersatzwahl an, falls ein Workshop schon ausgebucht sein sollte.
Sie bekommen eine Bestätigung, wenn Ihre Anmeldung angenommen wurde.
Anfahrt & Parken
Kostenfreie Parkplätze stehen zur Verfügung.
Anschrift: Bahnhofsallee 22, 23909 Ratzeburg

Hinweis des Veranstalters
Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind bzw. mit solchen stören, den Zutritt zur Regionalkonferenz zu verwehren oder von dieser auszuschließen.
Begleitprogramm zur 17. Regionalkonferenz
Im Geleit der Regionalkonferenz wird die Wanderausstellung »Jüdisches Leben & Antisemitismus in Schleswig-Holstein – Eine Spurensuche« des Vereins Miteinander leben e.V. gezeigt. Sie ist ein Lernangebot des Projektes ‚LEHAVIN – להבין – Antisemitismus erkennen und verstehen!‘ und motiviert junge Menschen zu einer aktiven Auseinandersetzung mit Antisemitismus und jüdischem Leben.
Schüler*innen werden eingeladen, im Zuge einer Spurensuche ihren sozialen Nahraum zu erforschen. Gab oder gibt es dort jüdisches Leben? Lässt sich dort Antisemitismus in Vergangenheit oder Gegenwart belegen? Die Ergebnisse ihrer Recherchearbeit werden in einer Präsentation mit eigenen Worten und Bildern zusammengefasst. Daraus wird dann eine Erweiterung der Wanderausstellung gestaltet: Ein weiteres Ausstellungs-Roll-Up lässt die Ausstellung wachsen und umfassender werden.
So gestalten junge Menschen in ganz Schleswig-Holstein auf diese Weise und aus ihrer Perspektive gemeinsam eine facettenreiche Zusammenschau zur lokalen Geschichte und Gegenwart des Lebens von Jüdinnen und Juden in Schleswig-Holstein und zu den Erscheinungsformen von Antisemitismus in unserem Bundesland.
